ArbiMaster

ArbiMaster

Live
🟢 Geringes Risiko · Taker / Taker

Simple Arbitrage — Der Komplette Leitfaden

Theorie, Mathematik, reale Beispiele und die Nutzung in ArbiMaster.

← Zurück zur Strategie-Übersicht

1. Was Simple Arbitrage wirklich ist

Simple Arbitrage (auch reine Arbitrage genannt) ist die direkteste Form der Krypto-Arbitrage: Dasselbe Asset wird an einer Börse gekauft und an einer anderen im selben Moment verkauft, wodurch die Preisdifferenz eingefangen wird. Beide Beine werden als Taker-Orders ausgeführt — du nimmst die bereits im Orderbuch vorhandene Liquidität, statt darauf zu warten, dass eine eigene Order ausgeführt wird. Das macht die Ausführung sicher und nahezu sofort und ist der Grund, warum dies die risikoärmste der drei von ArbiMaster implementierten Strategien ist.

Es gibt keine gerichtete Wette: Du sagst nicht voraus, ob BTC steigt oder fällt. Du nutzt die Tatsache aus, dass der Kryptomarkt auf Dutzende unabhängige Orderbücher verteilt ist, jedes mit eigener Liquidität und eigenen Teilnehmern, sodass der „wahre" Preis eines Assets nie überall zu jeder Millisekunde perfekt identisch ist.

2. Warum die Preislücke überhaupt entsteht

Preislücken zwischen Börsen sind ein struktureller Nebeneffekt der Fragmentierung, kein Fehler. Die Haupttreiber sind:

  • Ungleiche Liquidität — eine große Marktorder auf einer dünneren Börse bewegt deren eigenes Orderbuch stärker als dieselbe Order auf einer tiefen Börse.
  • Regionale Nachfrage — lokaler Kauf-/Verkaufsdruck (z. B. eine erwachende Zeitzone, eine lokale Nachricht) trifft eine Börse, bevor Arbitrageure anderswo reagieren.
  • Latenz zwischen Handelsplätzen — selbst automatisierte Market Maker brauchen Zeit, um nach einem großen Trade neu zu quotieren; in diesem Zeitfenster stimmen die beiden Bücher nicht überein.
  • Isolierte Großtrades — eine Wal-Order kann ein Orderbuch vorübergehend vom Konsenspreis wegbewegen.

Diese Lücken sind meist winzig (wenige Basispunkte) und schließen sich innerhalb von Sekunden — genau deshalb muss die Strategie automatisiert und vorfinanziert sein statt manuell ausgeführt zu werden.

Die Transferfalle

Der Instinkt eines Anfängers ist: „günstig auf A kaufen, abheben, auf B einzahlen, teuer verkaufen." Das funktioniert nicht. Die On-Chain-Bestätigung für BTC/ETH kann 5-20+ Minuten dauern, und bis die Gelder ankommen, hat sich der Spread bereits geschlossen — oder umgekehrt. Simple Arbitrage funktioniert nur mit Kapital, das bereits auf beiden Börsen positioniert ist, sodass beide Beine im selben Moment feuern, ohne jegliche Transferzeit im kritischen Pfad.

3. Die Mathematik

Kernformel

Nettogewinn = (Verkaufspreis − Kaufpreis) × Volumen − (Taker-Gebühr A + Taker-Gebühr B) × Volumen × Preis

Vereinfacht in Prozent: Netto-Spread % = Brutto-Spread % − Taker-Gebühr A % − Taker-Gebühr B %

Da beide Beine Taker-Orders sind und sofort ausgeführt werden, gibt es keine Maker-Fill-Unsicherheit zu modellieren — die einzigen echten Unbekannten sind die Gebühren und das tatsächlich zum quotierten Preis verfügbare Volumen.

Das handelbare Volumen ist immer das kleinere der beiden auf jeder Seite des Trades verfügbaren Mengen: die Ask-Menge an der Kaufbörse und die Bid-Menge an der Verkaufsbörse. Ein 2%-Spread auf einem Buch mit nur 200 $ Tiefe ist keine 2.000-$-Gelegenheit — sondern eine 4-$-Gelegenheit. Der Analyzer von ArbiMaster nimmt immer min(askQty, bidQty), bevor eine Gelegenheit gemeldet wird.

Durchgerechnetes Beispiel

Börse A: BTC/USDT Ask = 40.000 $, verfügbare Menge = 0,6 BTC, Taker-Gebühr 0,10 %
Börse B: BTC/USDT Bid = 40.800 $, verfügbare Menge = 0,9 BTC, Taker-Gebühr 0,10 %

Brutto-Spread: 2,00 % (800 $)
Handelbares Volumen: min(0,6, 0,9) = 0,6 BTC
Gesamtgebühren: 0,20 % ≈ 80 $ pro BTC
Nettogewinn: ≈ 1,80 % → ≈ 432 $ auf die tatsächlich handelbaren 0,6 BTC.

4. Schritt-für-Schritt-Ausführung

1Beide Börsen vorfinanzieren. Halte sowohl das Basis-Asset als auch die Quote-Währung (z. B. BTC und USDT) auf jeder Börse verfügbar — du musst auf einer Seite verkaufen und auf der anderen kaufen können, ohne auf eine Einzahlung zu warten.
2Kontinuierlich überwachen. ArbiMaster streamt die besten Bid/Ask-Preise über alle 10 überwachten Börsen in Echtzeit per WebSocket und bewertet jedes Paar gegen deinen konfigurierten Mindest-Spread (Standard ≥ 0,3 %, netto der geschätzten Gebühren).
3Tiefe prüfen, nicht nur den Spread. Ein breiter Spread mit dünner Liquidität ist eine Falle — schau immer auf das von ArbiMaster gemeldete handelbare Volumen, nicht nur auf den Prozentwert.
4Beide Beine gemeinsam ausführen. Kaufe an der günstigeren Börse und verkaufe an der teureren so gleichzeitig wie es dein Setup erlaubt — jede Millisekunde Verzögerung ist Marktexposition, die du nicht wolltest.
5Regelmäßig rebalancieren. Wiederholte einseitige Trades erschöpfen ein Asset auf einer Börse (siehe unten). Prüfe deine Salden regelmäßig, statt erst zu reagieren, wenn du bereits mehrere Gelegenheiten verpasst hast.

5. Das Problem des Inventar-Ungleichgewichts

Wenn die meisten Gelegenheiten eine Zeit lang in dieselbe Richtung zeigen (Kauf auf A, Verkauf auf B), verliert Börse A langsam ihre Quote-Währung und gewinnt das Basis-Asset, während B das Gegenteil tut. Irgendwann geht einer Seite aus, was sie für den nächsten Trade braucht. Das ist das Inventar-Ungleichgewicht (inventory imbalance), und es ist die Hauptreibung der Strategie — kein Konstruktionsfehler, sondern einfach etwas, das aktiv gemanagt werden muss.

Rebalanciere mit Stablecoins auf schnellen, günstigen Netzwerken (z. B. TRON oder Solana für USDT/USDC) statt mit dem Basis-Asset selbst — Transfers sind schneller, günstiger und setzen dich während des Transits keiner Preisbewegung aus.

6. Einrichtung in ArbiMaster

Unter Einstellungen kannst du:

  • Eine Coin-Watchlist (bis zu 20 Symbole) erstellen, damit sich der Scanner auf das konzentriert, was du tatsächlich handelst.
  • Deinen Mindest-Spread-Schwellenwert festlegen — der Standard von 0,3 % berücksichtigt bereits typische Taker/Taker-Gebühren, aber verenge ihn, wenn deine Gebührenstufe niedriger ist.
  • Deinen Telegram-Account verknüpfen, um sofort einen persönlichen Alert zu erhalten, sobald eine Gelegenheit über deinem Schwellenwert erscheint, mit Cooldown pro Strategie, damit du nicht mit doppelten Benachrichtigungen für denselben verblassenden Spread überflutet wirst.

Öffne den Simple-Arbitrage-Scanner, um Live-Gelegenheiten über alle 10 Börsen zu sehen.

7. Zu beachtende Risiken

Ausführungsverzögerung: Selbst „gleichzeitige" Orders haben ein paar hundert Millisekunden zwischen den API-Aufrufen — genug, damit schnelle Märkte einen Teil des Spreads auslöschen.

Slippage: Der angezeigte Preis ist nicht immer der Preis, den du erhältst, sobald deine Order die Spitze des Buches durchläuft.

Auszahlungs-/Netzwerkgebühren beim Rebalancing: Sie sind nicht Teil des eigentlichen Trades, zehren aber im Laufe der Zeit an deiner Gesamtmarge.

Börsenausfälle: API-Ausfallzeiten oder Wallet-Wartung auf einer Seite können dich daran hindern, das zweite Bein abzuschließen.

8. Best Practices

Kenne deine tatsächliche Gebührenstufe. Volumenbasierte Gebührenrabatte verändern deinen effektiven Break-even-Spread — berechne deinen Mindestschwellenwert neu, wenn du die Stufe wechselst.

Automatisiere die Erkennung, nicht nur die Benachrichtigung. Manuelle Überwachung kann mit Gelegenheiten unter einer Sekunde einfach nicht mithalten; nutze ArbiMaster, um kontinuierlich zu beobachten und schnell auf Alerts zu reagieren.

Bemesse Positionen nach Tiefe, nicht nach verfügbarem Kapital. Über das gemeldete handelbare Volumen hinaus zu handeln verursacht Slippage, die den gesamten Vorteil auffrisst.

Verfolge dein Inventar täglich, damit Rebalancing eine geplante Routine ist, keine Notfallreaktion auf eine ins Stocken geratene Strategie.

FAQ

Ist Simple Arbitrage wirklich risikofrei?

Keine Strategie ist völlig risikofrei. Sie ist die risikoärmste der drei, weil beide Beine sofort gegen bestehende Liquidität ausgeführt werden, aber Ausführungsverzögerung, Slippage und Börsenausfälle bleiben reale Risiken.

Warum empfiehlt ArbiMaster einen Mindest-Spread von 0,3 %?

Weil typische Taker/Taker-Gebühren an den meisten Börsen bereits etwa 0,15-0,20 % ausmachen. Ein Brutto-Spread von 0,3 % lässt nach Gebühren und leichtem Slippage eine realistische Marge übrig — darunter ist es in der Praxis oft nicht profitabel.